
Ein Gastbeitrag (von Titus Samson, Gründer und Gesellschafter) Facility Angels GmbH, die Solarreinigungsprofis, für 5 Seen Solar.
Wenn die Sonne scheint, aber die Solaranlage weniger liefert
Kurz gesagt: Verschmutzte Solarmodule können den Ertrag spürbar senken, bei einer 10-kWp-Anlage macht das schnell rund 300 Euro Ertragsverlust im Jahr aus. Eine professionelle Reinigung mit entmineralisiertem Wasser holt diesen Ertrag zurück und schützt die Module gleichzeitig vor Kratzern und Kalkrückständen. Je nach Standort reicht eine Reinigung alle ein bis vier Jahre.
Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ist für viele Hausbesitzer und Unternehmen längst selbstverständlich. Die Sonne liefert kostenlose Energie, die Anlage produziert Strom – und eigentlich sollte man sich nach der Installation kaum noch darum kümmern müssen. Oder doch?
Denn was sich mit bloßem Auge manchmal nur als ein paar Flecken oder ein matter Belag zeigt, kann sich auf den Ertrag einer Photovoltaikanlage deutlich stärker auswirken als erwartet.
Das zeigte sich bei einem unserer Aufträge besonders eindrucksvoll:
Ein Blick aufs Dach brachte die Überraschung
Der Auftrag führte das Reinigungsteam zu einer größeren Photovoltaikanlage. Schon bei der ersten Begutachtung war zu erkennen, dass die Module über längere Zeit erheblichen Umwelteinflüssen ausgesetzt gewesen waren.
Auf den ersten Blick lässt sich bei einer Solaranlage allerdings nur schwer einschätzen, wie stark Verschmutzungen den Ertrag tatsächlich beeinträchtigen. Denn nicht jede Ablagerung fällt sofort auf. Pollen, Staub, Vogelkot, Blütenreste, Laub oder feine Partikel aus der Umgebung können sich Schicht für Schicht auf den Modulen festsetzen.
Besonders hartnäckig wird es, wenn solche Ablagerungen über längere Zeit nicht entfernt werden. Bei der anschließenden Reinigung zeigte sich dann, wie viel sich tatsächlich angesammelt hatte: Das zunächst ablaufende Wasser war stark verschmutzt. Erst nachdem die Module gründlich gereinigt waren, wurden auch bereits vorhandene Auffälligkeiten und Beschädigungen deutlich sichtbar.
Der Fall macht deutlich: Eine Photovoltaikanlage produziert nicht automatisch über Jahrzehnte hinweg mit derselben Leistungsfähigkeit.
Woher kommt der Schmutz?
Wie stark eine Solaranlage verschmutzt, hängt maßgeblich von ihrem Standort ab.
Wer in der Nähe landwirtschaftlich genutzter Flächen wohnt, kennt beispielsweise die Staubentwicklung auf trockenen Feldwegen. Auch Straßenverkehr kann feine Partikel auf den Modulen hinterlassen. In Wohngebieten können zudem Emissionen aus Holzfeuerungen eine Rolle spielen.
Und dann gibt es die natürlichen Einflüsse: Im Frühjahr lagern sich Pollen ab, im Herbst können Blätter und organische Rückstände hinzukommen. Nach bestimmten Wetterlagen kann Saharastaub einen feinen Film auf den Modulen hinterlassen.
Auch Bäume in unmittelbarer Nähe können zum Problem werden. Blütenstaub und klebrige Pflanzenrückstände haften auf Glasoberflächen teilweise erstaunlich hartnäckig.
Die Umgebung der eigenen Photovoltaikanlage lohnt sich deshalb durchaus einmal aus dieser Perspektive zu betrachten: Was landet eigentlich alles auf meinem Dach?
Schon kleine Verschmutzungen können relevant sein
Eine Photovoltaikanlage besteht aus zahlreichen miteinander verbundenen Modulen. Wird ein Teil der Anlage durch Verschmutzung oder einen Defekt in seiner Leistung eingeschränkt, kann dies Auswirkungen auf den Ertrag eines ganzen Modulverbunds haben.
Hinzu kommt: Verschmutzungen sind nicht immer gleichmäßig verteilt. Gerade einzelne hartnäckige Ablagerungen können zu unterschiedlich belasteten Bereichen führen.
Wie hoch der tatsächliche Ertragsverlust ausfällt, lässt sich deshalb nicht pauschal für jede Anlage beziffern. Standort, Dachneigung, Wetter, Art der Verschmutzung und Zustand der Module spielen eine entscheidende Rolle.
Eine einfache Rechnung zeigt jedoch, warum eine Überprüfung wirtschaftlich interessant sein kann:
Eine 10-kWp-Anlage mit einem Jahresertrag von 10.000 Kilowattstunden würde bei einem angenommenen Minderertrag von zehn Prozent rund 1.000 Kilowattstunden weniger produzieren. Bei einem Wert von 30 Cent pro Kilowattstunde entspricht das rechnerisch 300 Euro pro Jahr.
Ob sich eine Reinigung im konkreten Fall lohnt, hängt selbstverständlich von den tatsächlichen Reinigungskosten und dem individuellen Ertrag der Anlage ab. Eine regelmäßige Kontrolle schafft jedoch die Grundlage für eine solche Entscheidung.
Für Gewerbedächer wird Photovoltaik zunehmend zur Pflicht
Für Unternehmen und Eigentümer von Nichtwohngebäuden kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: In Bayern gibt es inzwischen eine gesetzliche Verpflichtung zur Installation von Solaranlagen auf bestimmten Gebäuden (aktueller Stand aus August 2026).
Geregelt ist die sogenannte Solarpflicht in Art. 44a der Bayerischen Bauordnung (BayBO). Dabei gelten für Gewerbe- und sonstige Nichtwohngebäude teilweise andere Vorgaben als für private Wohnhäuser.
Für gewerbliche Neubauten greift die Regelung bei Bauanträgen, die seit dem 1. März 2023 eingegangen sind. Dazu zählen beispielsweise Fabrik- und Lagergebäude, Bürogebäude oder Supermärkte.
Bei sonstigen Nichtwohngebäuden – etwa Hotels, Schulen, Vereinsheimen oder landwirtschaftlichen Hallen – gilt die entsprechende Verpflichtung für Bauanträge seit dem 1. Juli 2023.
Auch bei bestehenden Gebäuden kann die Regelung relevant werden: Wird bei einem Gewerbe- oder sonstigen Nichtwohngebäude die Dachhaut vollständig erneuert, greift die Solarpflicht bei entsprechendem Baubeginn seit dem 1. Januar 2025.
Muss das gesamte Dach mit Modulen belegt werden?
Nein. Die gesetzliche Regelung verlangt nicht grundsätzlich, jede verfügbare Dachfläche mit Photovoltaik zu bestücken.
Nach den Vollzugshinweisen des Bayerischen Bauministeriums gilt eine Belegung als angemessen, wenn die reine Modulfläche mindestens etwa ein Drittel der geeigneten Dachfläche ausmacht.
Dabei ist die gesamte Dachfläche nicht automatisch mit der geeigneten Fläche gleichzusetzen. Bereiche, die beispielsweise von Dachfenstern, Lichtbändern, Kuppeln, Be- und Entlüftungsanlagen oder Schornsteinen beansprucht werden, können herausgerechnet werden. Auch stark verschattete Bereiche können bei der Betrachtung eine Rolle spielen.
Ein Beispiel:
Eine neue Lagerhalle verfügt über ein 600 Quadratmeter großes Dach. 150 Quadratmeter sind wegen Lichtbändern und technischen Anlagen nicht als geeignete Dachfläche anzusetzen. Es bleiben 450 Quadratmeter geeignete Dachfläche.
Davon müsste mindestens ein Drittel – also 150 Quadratmeter – mit Solarmodulen belegt werden.
Für Unternehmen lohnt es sich deshalb, bereits bei der Planung genau hinzusehen: Nicht die reine Dachgröße ist entscheidend, sondern welche Fläche tatsächlich für eine Solaranlage geeignet ist.
Wann kann es Ausnahmen geben?
Auch die bayerische Solarpflicht kennt Ausnahmen. Eine Verpflichtung kann unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise entfallen, wenn die Dachfläche insgesamt weniger als 50 Quadratmeter beträgt.
Auch eine technische Unmöglichkeit kann eine Rolle spielen. Ist ein Dach beispielsweise statisch nicht für die zusätzliche Belastung durch eine Photovoltaikanlage ausgelegt und lässt sich die erforderliche Ertüchtigung nicht wirtschaftlich umsetzen, kann dies relevant sein.
Eine weitere mögliche Ausnahme ist die wirtschaftliche Unzumutbarkeit. Hier muss allerdings nachvollziehbar beziehungsweise entsprechend den gesetzlichen Anforderungen nachgewiesen werden, dass sich die Investition innerhalb einer üblichen Nutzungsdauer wirtschaftlich nicht darstellen lässt.
Auch denkmalrechtliche Vorgaben oder andere rechtliche beziehungsweise städtebauliche Einschränkungen können einer Installation entgegenstehen.
Wer sich auf eine Ausnahme berufen möchte, sollte die jeweiligen Voraussetzungen allerdings genau prüfen und entsprechend dokumentieren.
Photovoltaik ist nicht die einzige Möglichkeit
Interessant ist außerdem: Die gesetzliche Vorgabe ist nicht zwingend ausschließlich durch klassische Photovoltaik zu erfüllen.
Nach Art. 44a Abs. 6 BayBO können unter bestimmten Voraussetzungen auch andere Anlagen eingesetzt werden, die erneuerbare Energie nutzen. Dazu kann beispielsweise eine Solarthermieanlage zur Wärmeerzeugung gehören.
Auch andere Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, die am oder im Gebäude eingesetzt werden, können unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine Alternative darstellen.
Für Bauherren und Unternehmen bedeutet das: Es lohnt sich, bereits in der Planungsphase die unterschiedlichen Möglichkeiten zu prüfen und die für das jeweilige Gebäude wirtschaftlich und technisch sinnvollste Lösung zu wählen.
Muss man die Solarmodule selbst reinigen?
Wer sein Auto regelmäßig wäscht, kommt vermutlich irgendwann auf die gleiche Idee bei den Solarmodulen. Doch zwischen beiden Dingen gibt es einen entscheidenden Unterschied: Die Photovoltaikanlage befindet sich meist auf dem Dach.
Eine Reinigung in Eigenregie kann deshalb nicht nur wegen ungeeigneter Reinigungsmittel problematisch sein. Auch das Arbeiten auf einem Dach birgt erhebliche Unfallrisiken.
Hinzu kommt das Wasser. Wer die Module mit normalem Leitungswasser reinigt, kann je nach Wasserqualität nach dem Trocknen Kalk- und Mineralrückstände zurücklassen. Ausgerechnet eine gut gemeinte Reinigung kann dann neue Ablagerungen hinterlassen.
Professionelle Anbieter arbeiten deshalb mit geeigneter Ausrüstung und – je nach Verfahren – mit entmineralisiertem beziehungsweise entkalktem Wasser. Ziel ist eine gründliche Reinigung, ohne die empfindlichen Oberflächen der Module unnötig zu belasten.
Wie oft ist eine Reinigung sinnvoll?
Eine allgemeingültige Regel für alle Photovoltaikanlagen gibt es nicht.
In einer vergleichsweise sauberen Umgebung kann eine Kontrolle im Abstand von ein bis drei oder vier Jahren ausreichend sein. Befindet sich die Anlage dagegen in der Nähe von Landwirtschaft, stark befahrenen Straßen, Bäumen oder anderen relevanten Verschmutzungsquellen, kann eine häufigere Überprüfung sinnvoll sein.
Auch außergewöhnliche Wetterereignisse können Anlass für einen Blick auf die Module geben.
Wichtig ist daher weniger ein starrer Kalender als die Frage: Wie stark ist meine Anlage tatsächlich Umwelteinflüssen ausgesetzt?
Reinigung ist auch eine Form der Vorsorge
Photovoltaikmodule sind für eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Umso wichtiger ist es, nicht erst dann genauer hinzusehen, wenn der Ertrag bereits deutlich zurückgeht.
Hartnäckige Ablagerungen, Verschmutzungen und mögliche Beschädigungen lassen sich bei einer regelmäßigen Kontrolle früher erkennen. Eine Reinigung kann dabei gleichzeitig eine gute Gelegenheit sein, den allgemeinen Zustand der Anlage in Augenschein zu nehmen.
Für Betreiber von Gewerbeimmobilien kommt noch etwas hinzu: Wer heute eine neue Halle, ein Bürogebäude oder eine andere Nichtwohnimmobilie plant, sollte die gesetzlichen Anforderungen an die Solarnutzung von Anfang an berücksichtigen. Das kann spätere Anpassungen und zusätzliche Kosten vermeiden.
Der wichtigste Schritt für Betreiber einer Photovoltaikanlage ist deshalb eigentlich ganz einfach: Nicht nur darauf schauen, dass die Sonne scheint – sondern gelegentlich auch auf das Dach.
Denn wer seine Solaranlage langfristig wirtschaftlich nutzen möchte, sollte nicht nur in ihre Anschaffung investieren, sondern auch ihre Leistungsfähigkeit im Blick behalten.
Die Facility Angels GmbH unterstützt Eigentümer und Betreiber bei der professionellen Reinigung und Pflege von Photovoltaikanlagen und sorgt dafür, dass die Module wieder möglichst ungehindert das tun können, wofür sie installiert wurden: Sonnenlicht in Energie verwandeln.
Facility Angels reinigt Solaranlagen im gesamten Fünfseenland, von Herrsching über Starnberg, Weßling und Gilching bis nach Andechs und Tutzing. Wer im Fünfseenland eine professionelle Solaranlagenreinigung sucht, findet auf der Leistungsseite von Facility Angels alle Details und kann direkt einen Termin vereinbaren.
Im Vergleich:
Eigenreinigung vs. Profi-Reinigung
| Eigenreinigung | Professionelle Reinigung | |
| Ergebnis | Rückstände durch Leitungswasser möglich | Streifenfrei durch entmineralisiertes Wasser |
| Risiko | Unfallgefahr auf dem Dach, Kratzergefahr | Geschultes Personal, passendes Equipment |
| Aufwand | Zeit, Ausrüstung, Zugang zum Dach nötig | Komplett übernommen |
| Ergebnis-Kontrolle | Keine fachliche Prüfung der Anlage | Sichtprüfung der Module inklusive |
| Kosten | Nur Material, aber versteckte Folgekosten bei Schäden | Fester Preis, planbar |
Häufige Fragen zur Solarreinigung
Das hängt vom Standort ab. In sauberer Umgebung reicht meist eine Reinigung alle ein bis vier Jahre. In der Nähe von Landwirtschaft, viel Verkehr oder unter Bäumen kann eine jährliche Reinigung sinnvoll sein.
Die Kosten richten sich nach Anlagengröße, Dachneigung und Zugänglichkeit. Von 50ct pro m2 bei großen Freiflächenanlagen bis zu 10€ pro Modul für kleine Anlagen. Für ein individuelles Angebot, kontaktieren Sie uns einfach.
Möglich, aber nicht empfohlen. Es besteht Unfallrisiko auf dem Dach, und normales Leitungswasser hinterlässt mineralische Rückstände, die die Leistung wieder mindern. Profis arbeiten mit entmineralisiertem Wasser und dem passenden Equipment.
Ja, in der Regel schon. Schon kleine Verschmutzungen durch Pollen, Staub oder Vogelkot können den Ertrag um mehrere Prozent senken, bei größeren Anlagen kommen dabei schnell mehrere Hundert Euro im Jahr zusammen.
Ein sichtbarer Belag auf den Modulen ist ein Hinweis, oft merkt man es aber zuerst am Ertrag: Wenn die Anlage bei vollem Sonnenschein weniger liefert als erwartet, lohnt sich ein Blick aufs Dach.
Ja. Seit März 2023 gilt die Solarpflicht für neue Gewerbebauvorhaben in Bayern, seit Juli 2023 auch für Nichtwohngebäude. In der Regel muss mindestens ein Drittel der geeigneten Dachfläche belegt werden.
